UNSER BEITRAG FÜR EINE LEBENDIGE DEMOKRATIE & STARKE ZIVILGESELLSCHAFT IN HESSEN!

Rechtsextreme Stammtischparolen im Verein, rassistische Übergriffe & Gewalt, antisemitische Schmierereien im Stadtbild, Neonazis im Ort, rechtsextreme Jugendliche im Jugendclub und Klassenzimmer, durch Hass motivierte Prügeleien auf der Kirmes...

Häufig gibt es große Unsicherheiten und Schwierigkeiten vor Ort, mit diesen Konflikten umzugehen.
Viele stellen sich die Frage: Wie nur reagieren? Das Mobile Beratungsteam gegen Rassismus und Rechtsextremismus - für demokratische Kultur e.V. (MBT Hessen) unterstützt und berät in solchen und ähnlichen Fällen.

Wir bieten Unterstützung im Bereich regionaler Demokratisierungsprozesse und zivilgesellschaftlichen Engagements, um nachhaltig unsere Städte & Regionen gegen rechtsextremistische Strömungen stark zu machen!

Beratung
Wir bieten in Nord und Osthessen professionelle, am jeweiligen Bedarf orientierte, aufsuchende und kostenlose Beratung für Organisationen und Einzelpersonen nach Vorkommnissen mit einem rechtsextremen, antisemitischen oder rassistischen Hintergrund. Die Beratung ist anonym, kostenfrei und  darauf ausgerichtet, lokale Prozesse gegen menschenfeindliche Strömungen zu fördern und zivilgesellschaftliches Engagement und die Handlungsfähigkeit der Menschen vor Ort langfristig zu stärken.

Prävention
Das MBT arbeitet auch präventiv im Bereich Demokratieförderung. Dabei werden zum Beispiel in Kooperation mit Anfragenden Präventionsangebote entwickelt, sowie Veranstaltungen konzipiert und durchgeführt.


Vernetzung
Als Teil des Beratungsnetzwerks Hessen stellen wir auch gerne Kontakt zu anderen Netzwerkpartnern her, wenn es etwa um Familienberatung, Opferberatung, Ausstiegshilfe oder andere Regionen in Hessen geht.


Die Identitäre Bewegung und ihre Aktivitäten in Nordhessen

Die Identitäre Bewegung macht durch geschickte mediale Inszenierungen immer wieder von sich reden. Das Ziel von Aktionen ist dabei, (mediale) Aufmerksamkeit zu erheischen. Sei es durch das Hochladen eigener Clips von unbedeutenden Flugblattaktionen oder durch geschickte Bildproduktionen wie die Besetzung des Brandenburger Tors, die durch die gesamte bundesweite Presse geisterte. Gemeinsam haben die Aktionen eins: man braucht nicht viele Leute dafür und bekommt trotzdem mediale Aufmerksamkeit und simuliert dadurch eine hippe Protestbewegung, indem man sich Aktionsformen bedient, die stark an Happenings und Protestformen der 68er Bewegung angelehnt sind.

Durch den Aufmerksamkeitshype bekommen sie allerdings genau was sie wollen: Es gelingt ihnen, eine Bewegung zu simulieren und ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Diesen Prozess haben die Identitären und insbesondere die wenigen in der Szene gefeierten rechtsextremen Influencern verstetigt. Eigene Medienformate auf gängigen social media-Kanälen haben sich in den vergangenen Jahren etabliert und erfreuen sich einer Reichweite, die die selbsternannte Bewegung abseits des Digitalen nie erreicht hat.

Daraus ergibt sich ein Dilemma im Umgang mit der IB. Soll man über lokale Aktionen, wie etwa Anbringen von Transparenten und Aufklebern im öffentlichen Raum, von der Gruppierung berichten, damit man sich ein Bild über die Aktivitäten machen kann oder bedient man damit nicht genau das Interesse der rechtsextremistischen Selbstdarstellung?

Die schwindende Attraktivität von neonazistischen Kameradschaften als Organisationsform kann gerade bei rechtsaffinen Jugendlichen dazu führen, sich für die jugendgerechte Ansprache der IB im Netz zu interessieren. Mit ein paar Mausklicks Sticker zu bestellen und alleine oder mit ein paar Gleichgesinnten die meist gelb - schwarzen Aufkleber im Stadtbild zu verteilen ist schnell gemacht. Auch im ländlichen Raum in Nordhessen passiert dies regelmäßig. Wir berichten deshalb nicht über jeden Aufkleber der IB, sondern versuchen, eine kurze Einschätzung der Strömung zu geben.

Gerade durch die geschickte Ansprache von Jugendlichen, neurechte Zirkel als Stichwortgeber und organisatorischer Hintergrund sowie Überschneidungen in die AfD und in rechte Burschenschaften machen die IB zu einem gefährlichen Projekt (der neuen Rechten), das auch bei Jugendlichen auf dem Land und Schüler*innen aller Schulformen Zuspruch erfährt. Gefährlich deshalb, weil Rassismus und nationalistisches Denken in zeitgemäße Formate und Slogans verpackt werden und man sich nur scheinbar von rechtsextremen Denken (und Handeln) distanziert.

Schaut man aber bei den maßgeblichen Akteuren (es sind meist männliche Jugendliche und junge Erwachsene), dann fällt auf, dass viele Aktivisten aus der militanten rechtsextremen Szene stammen. Die Gruppe wird hauptsächlich von wenigen Reisekadern bestimmt und dürfte sich bundesweit auf nicht mehr als 100 Aktivisten stützen können.[1] Trotzdem ist es natürlich gerade für Jugendliche attraktiv, sich als Teil einer hippen Jugendbewegung zu sehen.

Im Umgang mit der IB erscheint es dem MBT Hessen wichtig, dass einerseits inhaltlich auf die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts reagiert wird, andererseits aber nicht über jedes Stöckchen in  Berichterstattung oder pädagogischen Handelns gesprungen wird. Bei Fragen und Hinweisen dazu stehen wir sehr gerne zu Verfügung.


[1] Vgl. etwa die hervorragende Recherche der Zeit: www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/identitaere-bewegung-rechtsextremismus-neonazis-mitglieder

 


Einladung zur Demokratiekonferenz für Nord- und Osthessen

wir möchten sie/dich hiermit zu unserer Demokratiekonferenz für Nord- und Osthessen am 03.11. im Stadtteilzentrum Vorderer Westen in Kassel einladen.

Die Konferenz bietet neben der Möglichkeit, andere Engagierte aus der Region kennenzulernen bzw. sich weiter zu vernetzen, auch die Teilnahme an interessanten Workshops. Wir freuen uns sehr, wenn sich Menschen aus ihrem/eurem Umfeld anmelden. Der Anmeldeschluss ist am 26.10.2018. Weitere Informationen zum Programm des Tages und  zur Anmeldung stehen auf dem Flyer.

 

 


Aus aktuellem Anlass: Erklärung des MBT Hessen zum Urteil im NSU-Prozess

Es bleiben offene Fragen

Es ist in den letzten Tagen viel Kluges und Bewegendes zum NSU-Urteil in München geschrieben und gesagt worden. Als MBT Hessen mit Sitz in Kassel, einem Tatort der Mordserie, ist es uns ein Anliegen, auf einige Punkte mit lokalem/regionalem Bezug hinzuweisen.

Es bleiben zahllose offen Fragen und politische Konsequenzen wurden nicht oder ungenügend gezogen – auch in Hessen. Deswegen kann das letzte Woche gesprochene Urteil nur eine Zwischenstation im weiteren Bemühen um Aufklärung sein.Weiterlesen