beratungsnetzwerk-hessen.de

Das beratungsNetzwerk hessen - Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus bietet seit 2007 ein umfangreiches Angebot an. Es werden Schulen, Eltern und Familienangehörige, Kommunen, Vereine und viele weitere Personengruppen beraten nach Vorkommnissen mit einem rechtsextremen, antisemitischen oder rassistischen Hintergrund.

 

response-hessen.de

 
Beratung für Betroffene von rechter und rassistischer Gewalt
ein Angebot der Bildungsstätte Anne Frank
  • Beratung, Unterstützung und Information
  • unabhängig, vertraulich und auf Wunsch anonym
  • solidarisch und empowernd
  • mobil, gut vernetzt und kostenfrei

 

 gewalt-geht-nicht.de

Das Projekt des Schwalm-Eder-Kreises versteht sich als Plattform für Initiativen und Projekte zur Förderung von Toleranz und Demokratie im Landkreis.

 

buntstattbraun-hef-rof.de

„bunt statt braun“ ist ein Bündnis von Menschen und Organisationen im Landkreis Bad Hersfeld-Rotenburg für Toleranz und Vielfalt, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

 

 bunt-statt-braun-wmk.de

Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus im Werra-Meißner-Kreis. Das Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus ist für Demokratie und Toleranz, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Es ist ein Zusammenschluss diverser zivilgesellschaftlicher Akteure des Werra-Meißner-Kreises.

 

Störungsmelder Werra-Meißner

Recherche und Aufklärung über rechte Aktivitäten in der Region Werra-Meißner und Umgebung.

 

amadeu-antonio-stiftung.de

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet.

 

Rechtspopulismus/Neue Rechte

 
 
Häusler/Roeser: Die rechten „Mut“-Bürger. Hamburg 2015
Ein guter Überblick zur Entstehung und Positionen der AFD bis zur Spaltung 2015
 
Wamper/Kellershohn/Dietzsch: Rechte Diskurspiraten. Münster 2010
Wie sich Neokonservative bis hin zu Neonazis bei linken Ausdrucks- und Aktionsformen bedienen und für ihre Zwecke umdeuten.
 
Kellershohn: Die Deutsche Stimme der Jungen Freiheit. Münster 2013
Anhand einer Medienanalyse der wichtigsten Presseerzeugnisse der (extremen) Rechten werden zentrale inhaltliche Positionen der (extremen) Rechten untersucht.
 
 
 

Argumentieren gegen Rechtsextremismus

 
 
Hufer: Argumente am Stammtisch. Bundeszentrale für politische Bildung. 2006
Der Klassiker sowohl für privaten als auch pädagogischen Gebrauch. Wie argumentiere ich sinnvoll gegen menschenfeindliche Parolen am Stammtisch, im Unterricht usw.
 
Bergsdorf: Fakten statt Fälschungen. München 2010
Fakten zu den populärsten Vorurteilen kompakt zusammen getragen.
 
Benz: Legenden. Lügen Vorurteile. München 1992
Fakten zur Politik des Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg
 
Gießelmann, Heun u.a.: Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe. Schwalbach 2016
Nachschlagen, was mit diversen Kampfbegriffen gemeint ist. Sehr gute Aufarbeitung verschiedenster Schlagworte, die von ganz rechts immer wieder gebraucht werden.
 
 
 
 
 

Reichsbürger

 
Wilking: Reichsbürger – Ein Handbuch. Potsdam 2015
Ausführliche Hintergründe zur sog. Reichsbürgerbewegung sowie Ratschläge für den behördlichen Umgang.
 
 
 

Broschüren

 
 
Virchow, Thomas, Grittmann: Das Unwort erklärt die Untat. Frankfurt 2015
Studie zur Medienberichterstattung während der NSU-Mordserie.
 
 
 

Pädagogische Materialien

 
 
Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Mit Satire gegen Rechtsextremismus. Bonn 2015
DVD und Begleitmaterial für den Unterricht (in erster Linie Sekundarstufe 1). Anhand satirischer Clips kann unterhaltsam historischer und aktueller Rechtsextremismus anschaulich und mit Humor thematisiert werden.
 

Der HR dokumentiert in einem Web-Special die rechte Szene in Hessen. Dafür hat ein hr-iNFO-Rechercheteam monatelang tausende Seiten vertraulicher Unterlagen ausgewertet, sich mit Insidern und Aussteigern der rechtsextremen Szene getroffen und bei Sicherheitsbehörden in Hessen nachgehakt.

 

hr-iNFO zeigt den Vormarsch der Rechtsextremen in Hessen heute und dokumentiert Berührungspunkte der Szene zum NSU. Denn: Wer der aktuellen rechten Gewalt begegnen will, muss erst den NSU-Terror verstehen.

 

Modern aufbereitet, klar, verständlich - so hat HR-Info das NSU-Webspecial aufgebaut. Schauen Sie rein unter: www.rechte-szene-hessen.de

 

Eine kritsche Reflexion von Moritz Koch

Historischer Kontext:

Hitlers "Mein Kampf" gilt als eines seiner bedeutendsten politischen Manifeste und zeigte schon früh erschreckend genau Hitlers Weltanschauung und seine politischen Pläne für Deutschland auf. Das Werk war zunächst in zwei Teile gegliedert, die aber 1930 als einbändige Ausgabe in Bibelformat verkauft wurden. Den ersten Band schrieb Hitler während seiner Haft in Landsberg (1924-25) und das zweite im Anschluss an die Haft (1925-26). Bis zu den ersten Wahlerfolgen 1930 verlief der Verkauf schleppend, stieg dann aber schnell an und mit Hitlers Machtübernahme 1933 wurde das Buch endgültig zum Bestseller. Bis 1945 wurde es 12,4 Millionen mal verkauft. Außerdem wurde es in 18 Sprachen übersetzt, hatte aber im Ausland, wie zu erwarten, keinen großen Erfolg. Nach dem Krieg verschwanden viele Werke durch die Alliierten oder den Deutschen, die von nichts gewusst haben wollten und wurde lange Zeit, wie der gesamte Nationalsozialismus zu einem Tabuthema, welches die einen abschreckt und die anderen als etwas Verbotenes anzieht.

Inhaltlich behandelte "Mein Kampf" vor allem Hitlers Traum vom "Lebensraum im Osten", seinen Antisemitismus und Antikommunismus. Außerdem sollte es auch einen Gegenentwurf zum Marxismus und der Demokratie der Weimarer Republik präsentieren und Hitlers Rassenideologie mitsamt seiner Begriffe, wie "Volksgemeinschaft" oder dem "Führerprinzip", etablieren und verbreiten.

 

Aktuelle Debatte:

Mitte 2015 wurde eine hitzige, öffentliche Debatte darüber geführt, wie man mit dem Anfang 2016 auslaufenden Urheberrecht Bayerns von Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf", umgehen sollte. Dieses Urheberrecht bekam der Freistaat Bayern nach dem 2. Weltkrieg von den Alliierten zugesprochen, da Hitler in Bayern seinen Wohnsitz hatte. Demzufolge fiel der gesamte materielle, aber eben auch der geistige Besitz und somit auch das Urheberrecht an Hitlers Werk, an den Freistaat Bayern. So konnte bis heute der Nachdruck von "Mein Kampf" verhindert werden, was aber nicht zu einem generellen Verbot des Buches führte und somit "Mein Kampf" weiterhin für jeden im Internet, auf Flohmärkten oder auch in Bibliotheken erhältlich war. Genutzt wurden diese Möglichkeiten aber meist nur von Anhängern rechter Bewegungen, wie der Neo-Nazi Szene, die mit der "Halb-Legalität" einen Kult um das Buch schafften. Dies führte dazu, dass sich viele geschichtsinteressierte Menschen nicht mit dem Buch auseinandersetzten, da es einerseits schwer zu beschaffen war, lange Zeit Unklarheit über die Legalität des Besitzes von „Mein Kampf“ herrschte und es ausschließlich mit NS-Verherrlichung in Verbindung gebracht wurde. So kam es, dass heute den meisten Menschen Hitlers Gedanken, die in seiner bedeutendsten politischen Schrift niederschrieb, fremd sind. Durch die Debatte wurde dieses Buch nun rund 90 Jahre nach seinem Erscheinen wieder ein Thema, welches die Gesellschaft spaltet: Der Freistaat Bayern wollte zunächst juristische Schritte prüfen, inwiefern eine Verlängerung des Nachdruck-Verbots realisierbar ist und nachdem sich dieses Unterfangen als nahezu unmöglich herausstellte, wandte sich der Freistaat um Finanzminister Markus Söder 2012 an das Institut für Zeitgeschichte, welches schon lange an einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des Buches interessiert war. Nach der Empörung vieler Opferverbände des 2. Weltkrieges aus Israel und Deutschland unter der Führung von Charlotte Knobloch vom Zentralrat der Juden in Deutschland, machte die bayrische Landesregierung um Horst Seehofer 2015 aber einen Rückzieher, beendete die finanzielle Unterstützung des Instituts für Zeitgeschichte, und kündigte an, ab sofort jede Neuauflage, inklusive der des Instituts für Zeitgeschichte, auf den Tatbestand der Volksverhetzung zu überprüfen. Trotz dieser erschwerten Bedingungen gelang es dem Institut für Zeitgeschichte, seine Arbeit fertig zu stellen und diese kommentierte Neuauflage Anfang Januar 2016 zu veröffentlichen. Dass es innerhalb der Bevölkerung großes Interesse an diesem Werk gab, zeigte sich darin, dass das Buch schon kurz nach seiner Veröffentlichung vergriffen war und somit schnell zum Bestseller wurde. Begründet wurde diese Veröffentlichung damit, dass man so unseriösen Neu-Verlegern zuvorkommen, zu einer Entmystifizierung beitragen und durch eine Einbettung Hitlers ideologischer Schrift in wissenschaftliche Anmerkungen und Berichtigungen Hitlers Weltanschauung widerlegen wollte. Dementsprechend umfasst diese kommentierte Ausgabe auch statt den 800 Seiten im Original 2000 Seiten mit rund 3500 Fußnoten, die laut Autorenangabe für jeden verständlich sein sollen.

 



 

Kommentierte Ausgabe als Unterrichtsmaterial?

Eine große Frage bei der Veröffentlichung der kommentierten Ausgabe war auch, für wen diese Ausgabe eigentlich geeignet sein soll. So gab es Befürchtungen, dass es zu einer durch und durch wissenschaftlichen Arbeit kommen würde, die lediglich für Historiker, nicht aber für den Rest der Bevölkerung ausreichend verständlich erklärt ist. Daraus ergab sich auch unmittelbar die Frage, inwiefern man diese Ausgabe nun auch im Unterricht verwenden kann, in dem "Mein Kampf" bisher kaum und wenn, nur an sehr kurzen ausgesuchten Passagen behandelt wurde, obwohl es ein zentrales Werk des Nationalsozialismus und damit auch unserer Geschichte ist, was eigentlich im Kontext des Nationalsozialismus mit aufgearbeitet werden sollte.

Zu der Frage der Verständlichkeit lässt sich sagen, dass die Autoren die Problematik, komplexe historische Zusammenhänge in kurzen Fußnoten allgemein verständlich zu gestalten, sehr gut gemeistert haben. Falls dennoch Verständnisfragen auftauchen sollten, ließen sich diese auch mit Hilfe der entsprechenden Lehrkraft oder mittels einer selbstständigen Information klären. Ebenfalls gut gelungen ist die systematische Widerlegung Hitlers Ideologie, mittels einer Einbettung in Berichtigungen, Verweise auf die Folgen des dritten Reiches und Begriffserklärungen.

Problematisch hingegen bei einer Behandlung im Unterricht, ist der Umfang des Werkes. So fällt es wahrscheinlich jeder Lehrkraft schwer, ein 2000 Seiten langes Buch in seinen schon so sehr engen Lehrplan zu integrieren. Würde man dies tun, käme es wahrscheinlich dazu, dass der gesamte Themenbereich des Nationalsozialismus auf die Behandlung von "Mein Kampf" reduziert werden würde. Dementsprechend ist von einer vollständigen Behandlung dieser Ausgabe im Unterricht abzuraten.

 

Ein Teil dieser Ausgabe von "Mein Kampf" könnte aber meiner Ansicht nach sehr gut begleitend zum Unterricht behandelt und hinzugezogen werden. So wäre es sicherlich hilfreich, zur Erschließung der Ideologie Hitlers einige Passagen zu lesen und gleichzeitig auf die Fehldeutungen Hitlers in Hinblick auf historische Ereignisse oder naturwissenschaftliche Fehlinterpretationen (z.B. "Sozialdarwinismus") hinzuweisen. Dies würde die Chance bieten, zu einer Diskussion und einer Auseinandersetzung dieser Themen zu kommen und hätte sicherlich eine präventive Wirkung auf rechtsextremistisches Denken. Weitere Themen innerhalb des Nationalsozialismus, die sehr gut begleitend mit dem Werk behandelt werden könnten wären: Antisemitismus und Judenverfolgung im „Dritten Reich“ sowie Hitlers Außenpolitik mit besonderer Betrachtung des Überfalls auf Polen und des Russlandfeldzuges.

 

Fazit:

Abschließend lässt sich sagen, dass diese wissenschaftlich kommentierte Ausgabe ein wichtiger Schritt für die Aufarbeitung des Nationalsozialismus ist, die nun auch in Schulen genutzt werden sollte. Da sie aber vom Umfang her gleich eine ganze Unterrichtseinheit beanspruchen würde, wäre es empfehlenswert sie nur begleitend zu nutzen, um den Schüler/innen Hitlers Denkweise verständlich darzulegen, ohne den „Reiz des Verbotenem“ zu bedienen. Für Schüler/innen die schon von vornherein ein rechtes Weltbild oder eine rechte Denkweise verinnerlicht haben, eignet sich das Werk sehr gut, um mit ihnen in einen konstruktiven Dialog oder eine Diskussion zu kommen, der dazu führen könnte, dass sich diese Schüler/innen mit ihnen unangenehmen Themen auseinandersetzen und so im besten Falle ihr Weltbild überdenken und kritisch hinterfragen. Für solche Schüler/innen muss das Lesen des Buches aber mit einem gewissen Zwang verbunden sein, da sie wohl kaum freiwillig ein Buch lesen würden, welches ihr Weltbild mit rund 3500 Fußnoten akribisch widerlegt. Als Anregung für einen Dialog eignet sich hierfür sehr gut eine Gruppenarbeit zusammen mit anderen, anders gesinnten, Schülern die ihn somit auch direkt mit dem Thema konfrontieren. So könnten beispielsweise mehrere Gruppen gebildet werden, die unterschiedliche Themenfelder aus „Mein Kampf“ behandeln und diese zielführend herausarbeiten. Die Ergebnisse könnten dann den anderen Schülern im Präsentationsformat vorgestellt werden, sodass jeder einen Überblick über das Werk bekommt.

 

 

Quellen: www.bpb.com faz, Wikipedia, ifz-muenchen, zeit-online,